Kredit vorzeitig kündigen: Das ist zu beachten

Die Finanzierung ist abgeschlossen, der Kreditbetrag längst auf dem Konto angekommen. Wahrscheinlich wurde sogar bereits ein Teil des Geldes ausgegeben. Doch was tun, wenn man das restliche geliehene Geld gar nicht mehr benötigt? Im Folgenden der Blick auf diese unplanmäßige Situation, die allerdings gar nicht so selten vorkommt.

Verschiedene Szenarien führen zur Kündigung

Normalerweise gilt die Kreditbewilligung als der wichtigste und auch schwierigste Aspekt bei der Finanzierung. Daran hat sich bis heute nichts geändert – günstige Kredite, wie es sie online immer häufiger gibt, haben die Kriterien zur Vergabe schließlich nicht einfacher gemacht.

Doch mitunter ändern sich nach dem Erhalt des Kredits die eigenen finanziellen Möglichkeiten, sodass der Kredit gar nicht mehr nötig ist. Im Optimalfall wird der Kredit also gekündigt, sodass keine Kosten durch die Tilgung entstehen. Denn trotz niedriger Zinsen, wie sie aktuell üblich sind fallen diese Kosten ins Gewicht.

Ebenfalls ist es möglich, dass der Verwendungszweck des Kredits hinfällig wird. Beispiel dafür: Ein Verbraucher nimmt 30.000 € für den Kauf eines neuen Autos auf, kauft im Endeffekt aber ein Auto für 15.000 €, die er aus eigenen Mitteln aufbringen kann.

In solchen Fällen sollte zunächst geklärt werden, ob durch die Kreditkündigung eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt werden muss. Diese kann je nach Vertrag so hoch sein, dass sich die Kündigung des Kredits gar nicht lohnt, da die planmäßige Tilgung inklusive Zinsen günstiger wäre.

Bild: ©istock.com/macniak

Die Voraussetzung: eine gesunde Finanzstrategie mit vielen Optionen

Das Gespräch mit dem Kreditgeber ist also stets der erste Punkt auf der Tagesordnung. Doch es gibt Unterschiede und Ausnahmen von Fall zu Fall. Die zwei wichtigsten Faktoren sind dabei:

  • Läuft der Kredit bereits seit mehr als zehn Jahren? Falls ja, gibt es grundsätzlich keine Vorfälligkeitsentschädigung. Wurde der Kredit allerdings erst kürzlich aufgenommen, tut diese Regelung nichts zur Sache.
  • Nicht nur Kreditnehmer dürfen kündigen, sondern unter Umständen auch der Kreditgeber. Geschieht dies, ist die Vorfälligkeitsentschädigung auf 2,5 Prozent des Kreditbetrags begrenzt.

Der Zeitpunkt spielt also eine wesentliche Rolle bei der Kündigung eines bestehenden Kredits. Je nach Situation kann eine Umschuldung behilflich sein: Zum Beispiel dann, wenn die Tilgung günstiger ist als die Vorfälligkeitsentschädigung, jedoch eine Sondertilgungsoption existiert, die wiederum mit einem günstigeren Kredit aufgefangen werden kann. In diesem Modell profitieren alle Beteiligten, da dem ursprünglichen Kreditgeber keine Gewinne entgehen, der Kreditnehmer dennoch günstiger dasteht und der neue Kreditgeber einen planmäßigen Gewinn durch den günstigen Kredit verbucht.

Bild: ©istock.com/macniak

 

Kontakt  |  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutz  |  Impressum
© 2009 - 2019 Praetor Intermedia UG (haftungsbeschränkt)