Onlinekauf von Autoteilen

Immer mehr Men­schen gehen im Inter­net auf Shop­ping­tour, um von der grö­ße­ren Aus­wahl und den nied­ri­ge­ren Prei­sen bei Auto­tei­len zu pro­fi­tie­ren. Doch wer haf­tet, wenn ein Man­gel auf­ge­tre­ten ist?

Onlinekauf von Autoteilen

Autoteile online kaufen

Es ist mitt­ler­wei­le ein alter Hut, dass Werk­stät­ten mit teu­ren Ori­gi­nal-Ersatz­tei­len abkas­sie­ren, weil sie für die­se eine Pro­vi­si­on vom Her­stel­ler bekom­men. Freie Händ­ler und Online-Por­ta­le für Auto­tei­le bie­ten gleich­wer­ti­ge Tei­le oft für viel weni­ger Geld an. Daher lohnt es sich vor einer Repa­ra­tur den Werk­statt­be­trei­ber zu fra­gen, ob das benö­tig­te Ersatz­teil auch selbst (online) besorgt wer­den kann. Der Mecha­ni­ker wird dann nur noch für sei­ne Arbeits­zeit und Ver­brauchs­tei­le bezahlt.

 

Onlinekauf von Autoteilen
Bild: ©istock.com/illionaire

Wer haftet bei defekten Teilen?

Einem Bericht zufol­ge kau­fen der­zeit etwa 15 Pro­zent der Auto­fah­rer Ersatz­tei­le zumin­dest ab und zu online ein. Damit erst gar kei­ne Pro­ble­me auf­tre­ten, soll­ten Käu­fer von Anfang an eini­ge wich­ti­ge Punk­te beach­ten: So soll­te grund­sätz­lich nur bei zer­ti­fi­zier­ten Händ­lern online ein­ge­kauft wer­den, die ein Güte­sie­gel tra­gen. Vom Kauf über Auk­ti­ons­por­ta­le und Markt­plät­ze ist eher abzu­ra­ten, da sich dort auch vie­le Anbie­ter mit bil­li­gen Fäl­schun­gen tum­meln. Hier gilt die alte Regel: Klingt etwas zu gut um wahr zu sein, ist es das wahr­schein­lich auch. Über­haupt soll­ten Käu­fer gewis­se Kennt­nis­se mit­brin­gen, ehe sie Auto­er­satz­tei­le online kau­fen, denn sehr leicht kann es pas­sie­ren, dass sie ver­se­hent­lich das fal­sche Modell bestel­len.

Ein gro­ßes Pro­blem ist das The­ma Haf­tung: Hier muss unter­schie­den wer­den, ob das bestell­te Ersatz­teil feh­ler­haft gelie­fert wur­de oder ob der Feh­ler durch einen unsach­ge­mä­ßen Ein­bau ver­ur­sacht wur­de. Vie­le Werk­stät­ten wei­gern sich daher, frem­de Ersatz­tei­le ein­zu­bau­en. Sie fürch­ten, dass sie spä­ter nicht bewei­sen kön­nen, dass der Feh­ler nicht bei ihnen, son­dern beim Ersatz­teil lag. Daher for­dern vie­le Werk­stät­ten Kun­den, die Ersatz­tei­le selbst besor­gen, vor Annah­me des Auf­trags auf, einen Haf­tungs­aus­schluss zu unter­schrei­ben. Auf der ande­ren Sei­te ist der Mecha­ni­ker ver­pflich­tet, den Kun­den auf offen­kun­di­ge Män­gel eines online gekauf­ten Ersatz­teils und die dadurch poten­zi­ell ent­ste­hen­den höhe­ren Kos­ten, hin­zu­wei­sen.

Die Verpflichtungen für Onlinehändler

Für den Kauf von Ersatz­tei­len gel­ten die glei­chen Rege­lun­gen zum Wider­rufs­recht wie für alle Online­käu­fe. Dies bedeu­tet, dass der Ver­käu­fer alle gekauf­ten Gegen­stän­de inner­halb von 14 Tagen nach dem Kauf zurück­neh­men muss. Aller­dings gibt es hier auch Lücken: Wur­de das Ersatz­teil ein­ge­baut und benutzt, kann der Käu­fer nicht den vol­len Kauf­preis zurück­ver­lan­gen, da das Ersatz­teil kei­nen Neu­wert mehr hat. Dies klär­te der Bun­des­ge­richts­hof in einem Urteil von 2016

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