Abgasskandal und Dieselgate: Wer hilft?

Deutsche Autobesitzer hatten in den letzten Jahren einiges auszuhalten und auch heute noch sind rund um den Abgasskandal und die Dieselfahrverbote viele Fragen offen. Doch für Verbraucher kein Grund zu verzweifeln, denn es gibt Hilfe.

Bild: ©istock.com/artas

Die aktuelle Situation rund um den Abgasskandal

Der sogenannte Abgasskandal begann im September 2015, als VW öffentlich eingestehen musste, die Abgaswerte ihrer Dieselfahrzeuge in den USA manipuliert zu haben. Kurz darauf wurde bekannt, dass neben den Fahrzeugen von VW weitere Marken der Volkswagengruppe wie Skoda und Audi betroffen waren. Während die Verbraucher in den USA in der Lage waren, eine Sammelklage gegen VW einzureichen, gingen deutsche Dieselbesitzer zunächst leer aus. Immerhin zwang das Kraftfahrtbundesamt VW zu einer der größten Rückrufaktionen aller Zeiten, bei der 8,5 Millionen Dieselfahrzeuge auf die Schummelsoftware überprüft werden sollten. In den USA hat VW mittlerweile 7,4 Milliarden US-Dollar Entschädigung gezahlt, von denen der größte Teil an private Verbraucher floss. Individuell erhielten sie Zahlungen von bis zu 5.000 US-Dollar.

In Deutschland gibt es eine rechtliche Lücke, wodurch Sammelanklagen nach US-amerikanischem Vorbild eigentlich nicht möglich sind. Allerdings wollen sich dies Verbraucherschützer und Anwälte in Hinblick auf die Manipulationen von VW nicht gefallen lassen. Bis Ende 2018 hatten sich bereits 300.000 Dieselbesitzer in die Liste für eine Musterfeststellungsklage gegen VW eintragen lassen. Daneben bieten Portale wie myRight – das Verbraucherschutz Portal weitere Möglichkeiten, sich an Sammelklagen nicht nur gegen VW, sondern auch gegen andere Marken wie BMW, Mercedes und Opel zu beteiligen, die im Zuge des Skandals Manipulationen an ihren Dieseln zugaben.

Welche Ziele haben die Sammelklagen?

Pikanterweise trifft der große Abgasskandal auf verschärfte Dieselfahrverbote in deutschen Städten. D.h., Verbraucher, die in den letzten Jahren einen vermeintlich sauberen modernen Dieselwagen kauften, mussten plötzlich feststellen, dass ihr Wagen doch nicht den aktuellen Euro-5 oder Euro-6-Normen genügt und somit vom Fahrverbot betroffen sein könnte. Sammelklagen haben zunächst einmal die Absicht einer finanziellen Entschädigung, der beim KFZ-Kauf getäuschten Verbraucher. Schließlich ist mit der Aufdeckung der Manipulation ein hoher Wertverlust verbunden. Dazu kann die Entschädigungszahlung dazu verwendet werden, den eigenen Diesel auf die erforderliche Euro-6-Norm aufzurüsten oder als Teilzahlung für den Kauf eines neuen Fahrzeugs verwendet werden. Nicht zuletzt spielt die Psychologie eine große Rolle: Während VW-Aktienbesitzer Klage gegen den Wertverlust ihrer Aktien durch den Kurssturz einreichen konnten, stehen die eigentlichen Autobesitzer mit leeren Händen da. Eine erfolgreiche Sammelklage gibt ihnen das Gefühl, dass VW nicht ohne Weiteres mit den Manipulationen durchgekommen ist.

 

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